Rathaus Politik - Wedeler Einwohnerversammlung - Schulauer Hafen Business Park Integration - Bild 01

Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger fanden sich am 15. November 2017 im Ratssaal des Wedeler Rathauses ein.

Wenig, wenn man die regen Diskussionen auf Facebook zu den Wedeler „Daueraufregern“ verfolgt. Vielleicht lag es daran, dass zu wenig die Werbetrommel für diese Veranstaltung gerührt wurde.

Zusammenfassend kann festgehalten werden: Neue Informationen gab es kaum, es war aber durchaus interessant, Bürgerfragen wurden beantwortet, die Vorbereitung der Stadtverwaltung war unterschiedlich.

Zu den Themen:

Business Park Elbufer

(Jörg Amelung, Fachbereichsleiter Innerer Service der Stadt Wedel)

Insgesamt wurden 240.000 Kubikmeter Boden ausgetauscht. Gefundene Kiebitze, Bergmulche und Zauneidechsen wurden unter biologischer Begleitung umgesiedelt. Zudem wurde im Rahmen der Sanierungsarbeiten eine neue Grundwasserreinigungsanlage installiert.

Der Elbring ist bereits fertig: mit Grün- und Parkanlagen, Fußwegen, Parkbereichen und einer 6,50 m breite Straße.

Zur Klage: Der Bebauungsplan wird gerade überarbeitet und parallel laufen die Verhandlungen über eine einvernehmliche Lösung mit den
Klägern. Das Lärm-Problem sei gelöst, so Bürgermeister Niels Schmidt, es gäbe jedoch noch weitere Themen der Gegenseite, die bisher aber noch nicht bekannt sind. Geplanter Start des Elbcube-Baus ist 2018.

Bürgermeister Niels Schmidt führte auf Nachfrage aus, dass das Sanierungsentgelt von ExxonMobil ausreiche und kein Geld aus dem Wedeler Haushalt für die Sanierung des Geländes genutzt würde. Das Businesspark-Gelände sei schon zu 95 % saniert. Eine Wohnnutzung ist allerdings nicht zulässig, da ExxonMobil aus firmenpolitischen Gründen nicht zustimme. Der Boden entspräche jedoch allen dafür zu erfüllenden Kriterien.

Schulauer Hafen

(Gisela Sinz-König, Fachbereichsleiterin Bauen und Umwelt der Stadt Wedel)

Frau Sinz-König erläuterte anhand einer Präsentationen, was in Zukunft am Schulauer Hafen geplant ist. Hier gab es keine Neuigkeiten, denn die Pläne und dazugehörigen Bilder sind allseits bekannt. Etwas spannender wurde es dann erst auf Nachfragen der Bürgerinnen und Bürger. Leider schien es so, dass die neue Verantwortliche für den Hafenbau, Frau Sinz-König (sie ist seit sieben Monaten im Amt), noch nicht wirklich im Thema ist. So vermutete sie beispielsweise, dass am Hafenkopf, unter dem geplanten Hotel, eine Tiefgarage gebaut werden soll. Die Fragen wurden dann von Bürgermeister Schmidt beantwortet.

Frage nach Baubeginn des Hotels:

Der Bauantrag für das geplante Hotel stehe noch aus, somit könne noch kein Datum genannt werden. Die in Nachbarschaft lebenden Bürger sollen mit eingebunden werden. Eine Einsicht in den B-Plan sei möglich.

Frage zu den Schäden an der Westmole:

Die Stadt Wedel sei in Gesprächen mit dem verantwortlichem Ingenieur-Büro, um Schadenersatz-Ansprüche geltend zu machen. Die Setzung sei noch im Gange und diese müsse abgewartet werden. Erst danach könne die Mole saniert werden. Es wird wohl keine 600 Jahre dauern, wie es bei alten Schlössern noch heute der Fall ist. Klarheit solle es im kommenden Jahr geben. Kosten seien noch unbekannt – vermutlich nicht sechsstellig.

Stirnrunzeln auf den Gesichtern der Zuhörer und Fragezeichen in den Augen, als es um die fehlende Barrierefreiheit an der Quermole des Hafens ging:

Schmidt: „Wir haben uns damals dagegen entschieden, weil Rollstuhlfahrer bei Flut womöglich nicht schnell genug wegkommen.“

Die Quermole (also das Stück des neuen Hafens, welches parallel zur Elbe liegt) ist nicht barrierefrei und somit nicht zugänglich für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Gehwagen, weil sie bei Flut die Mole nicht schnell genug verlassen könnten. Das muss uns und wohl auch der fragestellenden Bürgerinnen noch einmal genauer erklärt werden.

Frage nach Verschlickung des Hafens und die Kosten der Schlickentfernung:

Geplant war ursprünglich, die Verschlickung des Hafens mit einer Dockschleuse zu verhindern. Aufgrund der geringeren Kosten habe man sich jedoch für die Quermole entschieden, da der Schlickeintrag so reduziert werden sollte. Leider habe sich die Gesamtverschlickung der Elbe erhöht, weshalb der Hafen regelmäßig entschlickt werden müsse.

Frage nach dem Strandbad:

Der Strand am Strandbad sei stark abgesackt und die Befestigungen würden sich lockern. Bisher wurde noch nichts repariert, der Zustand würde derzeit überprüft.

Frage nach dem Hundestrand:

Auch hier hätten sich viele der großen Steine der Staks / Steinbuhnen gelöst. Hier sei aber die Stadt Wedel nicht zuständig. Die zuständige Behörde würde informiert werden.

Frage nach Hafenbetrieb im Schulauer Hafen:

Es wird wahrscheinlich ein Sportbootbetrieb kommen. Der interessierte Investor für Hafenbetrieb, hätte Spaß daran und wäre nicht auf Gewinn aus. Dieser würde auch einige seiner Traditionsschiffe einbringen und betreibt bereits eine Pontonanlage in der Spree.
Notfalls käme eine Kooperation mit den Stadtwerken in Frage, man würde dann selbst investieren. Der Hafen ist zumindest für Gäste attraktiv, weshalb dieser auch dann nicht leer bleiben wird. Der Bauzeitraum für das gesamte Projekt wird noch etwa fünf bis zehn Jahre andauern.

Sonstige Bauvorhaben

(Gisela Sinz-König, Fachbereichsleiterin Bauen und Umwelt der Stadt Wedel)

 Sinn des Radstreifens in der Schulauer Straße: Durch Angst Gefahren vermeiden.

Die Bürgerinnen und Bürger sehen in dem Radstreifen eine Gefahr und fragten nach der Sinnhaftigkeit.

Herr Schmidt erklärte, dass der Radstreifen durch den optischen Eindruck die Geschwindigkeit der Verkehesteilnehmer senken würde. Die Menschen wären viel vor- und umsichtiger, weil es so gefährlich wirken würde. Gleiches gelte auch für die Bahnhofstraße.

Die Pressevertreter der Zeitung waren längst gegangen, als die Ausführungen zum letzten Punkt der Tagesordnung starteten.

Integration

(Marta Litke und Joachim Rose, Koordinierungsstelle Integration)

Seit Januar 2015 gibt es das Willkommenscafé in der Freien Evangelischen Gemeinde in Wedel, welches sehr gut angenommen wurde.

Integration der seit 2015 aufgenommenen Flüchtlinge und der insgesamt etwa 4.500 in Wedel lebenden nicht Deutschen verläuft sehr gut, ein großes Lob wurde an die vielen ehrenamtlichen Helfer ausgesprochen. Die Zahl der Mitarbeiter der Wedeler Koordinationsstelle Integration hat sich durch die seit Januar 2016 beschäftigte Frau Litke verdoppelt.

Zwar stimmten die vorgelesenen Zahlen zu den in Wedel lebenden nicht deutschen Einwohnern leider nicht mit denen in der Präsentation überein, die Zahl der bisher in 2017 aufgenommenen Flüchtlingen sei jedoch deutlich gegenüber 2015 gesunken.

Verschiedenes

Frage nach Plänen bzgl. des Park & Rides am Bahnhof:

Der Planungsausschuss beschäftigt sich derzeit mit dem Ausbau des Theater-Parkplatzes.